Westliche Tunnelröhre
Christoph Schröder

Alumni-Treffen am 19.6.2026 in Hamburg

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Beim diesmaligen Treffen steht eines der größten Verkehrsinfrastrukturprojekte Hamburgs auf dem Programm. Durch Vermittlung von Christoph Schröder kann die Baustelle zur Erwei-terung der Bundesautobahn A7 nördlich des Elbtunnels besichtigt werden.

Neunzehn Ehemalige treffen in Hamburg-Othmarschen am Betriebsgelände des Elbtunnels zusammen. Als erstes werfen wir einen Blick in das Lüftergebäude mit den Lüftungsturbinen und erhalten Informationen zu diesem außerordentlich wichtigen Aspekt des Tunnelbetriebs. Danach werden wir in die unterirdischen „Katakomben“ des Betriebsgebäudes geführt und gelangen so bis in den vordersten Bereich der Überbauung der Autobahn. Dort stehen wir dann unmittelbar über der Autobahn und beobachten das teilweise nicht begreifbare Verkehrsverhalten.

Spannend ist der nächste Blick in die Betriebszentrale, nicht nur des Elbtunnels. Denn auch die weiter nördlich gelegenen Tunnelanlagen im Verlauf der A7 auf Hamburger Gebiet sowie städtische Tunnel sind hier aufgeschaltet. Eine große Monitorwand zeigt das Verkehrsge-schehen im Detail. Wir bekommen Informationen zu Betriebsabläufen, u. a. wie im Brandfall reagiert wird.

Im Anschluss marschieren wir in frühsommerlicher Hitze zur Baustelle des über 2 km langen Lärmschutztunnels in Altona-Bahrenfeld. Mit dem Bau der Autobahn in den 1970er Jahren wurde der Stadtteil durchschnitten. Die Auswirkungen, vor allem des Verkehrslärms, von im Maximum 150.000 Kfz pro Tag wurden von den Menschen nicht mehr als notwendiges Übel hingenommen. Über viele Jahre kämpfte eine Bürgerinitiative für eine Tunnellösung. Diese rückte näher, als die Planung für den 8-streifigen Ausbau der A7 begann. Mit konventionel-lem Lärmschutz in Form von Wällen und Wänden wären die Schutzziele schwer zu erreichen, außerdem hätte die Verbreiterung der Autobahn die Trennwirkung in der Stadtlandschaft noch erhöht. Unter Beteiligung Hamburgs mit 25 % an den Baukosten – den Rest trägt die Bundesrepublik – wird nun der Tunnel Realität.

Wir erhalten Schutzhelme und Sicherheitswesten, dann geht es in die westliche zukünftige Tunnelröhre – in angenehme Kühle –, die im Rohbau in großen Teilen bereits fertiggestellt ist. Im Weiteren wird der Ausbau der technischen Ausrüstung erfolgen, u. a. die Lüftung – der Tunnel wird mit Strahlventilatoren be- bzw. entlüftet - sowie Verkehrs- und Kommunikationseinrichtungen. Zunächst ist diese Ausstattung für den Verkehr in beiden Richtungen erforderlich. Nach der kompletten Fertigstellung der ersten Röhre wird der Verkehr darin geführt, und es beginnt der Bau der östlichen Tunnelröhre.

Tunnelröhre im Bau
Christoph Schröder

Bei dieser Information wird allen bewusst, welche Herausforderung es darstellt, im laufen-den Betrieb einer hoch belasteten Autobahn das Projekt zu realisieren, und nicht zuletzt wel-cher betriebliche Aufwand für einen derartig komplexen Straßentunnel erforderlich ist.

Außenansicht auf Tunnelbau
Christoph Schröder

Wir erfahren, dass der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin sich etwas hinausschieben wird. Das läge u. a. an den jüngst hinzugekommenen Kritis-Anforderungen, die z. B. für bestimmte Einrichtungen eine Redundanz vorsehen.

Nach der Fertigstellung der Tunnelanlage erhält das Gebiet eine neue städtebauliche Quali-tät, was sich sicherlich auch an den benachbarten Grundstückspreisen zeigen wird. Wie be-reits bei anderen Tunneln nördlich dieses Projektes wird auf dem Tunnel eine Parkanlage entstehen.

Nach Abschluss der Besichtigung genießt der Rest der etwas geschrumpften Besichtigungs-gruppe den Abend im Restaurant Röperhof und lässt die Ereignisse des Nachmittags noch einmal Revue passieren.

Alumni Treffen auf dem Betriebsgelände des Elbtunnels
Christoph Schröder

– Autor: Christoph Schröder